Naturpfad

Das Mandelsteintor

Direkt unterhalb des Mandelsteines ist das Mandelsteintor. Wie ein von Hand gemachter Torbogen, ein Tor in eine fremde Welt. Schön wäre es, es ist nur ein einfacher Durchgang, aber die Phantasie darf sich so etwas ausdenken.
Hier am Mandelstein treffen sich einmal jährlich die Heimatvertriebenen Sudetendeutschen um einen Blick auf ihre alte Heimat zu haben. Bis 1990 waren die Besuche dorthin nicht möglich. Seit der Öffnung der Grenzen sind die Treffen kleiner geworden, da diese Orte direkt besucht werden können und es auch immer weniger werden, die sich an die alten Zeiten erinnern können.
Am Mandelsteintor hängt ein Schild mit der Aufschrift:

In der Zwischenkriegszeit war das tschechische Volkstum im abgetrennten Gebiet des Bezirkes Gmünd stark im Vordringen. Am 10.0ktober 1938 kam die „Lösung“ der Sudetendeutschen. Nicht nur die im Staatsvertrag von St.Germain abgetrennten Gebiete, sondern auch däs vorwiegend deutsche Hinterland bis Zlabings, Neubistritz und Neuhaus wurden dem „Reichsgau Niederdonau“ und somit dem Deutschen Reich eingegliedert.
Nach dem 2.Weltkrieg wurden die Grenzen von 1920 wieder
hergestellt. Im Mai 1945 erfolgte die rasche Besetzung von Gmünd III durch tschechische Partisanen. Alle deutschsprachigen Einwohner zogen mit 30 kg Handgepäck aus den 1938 annektierten Gebieten aus. Die Landesgrenze wurde von der kommunistisch gewordenen CSSR im Jahre 1948 durch den „eisernen Vorhang“, mit Stacheldraht, Minenfeldern und Wachtürmen zum Nachbarland hin abgeriegelt.
Zur Erinnerung findet alljährlich am letzten Augustsonntag das Mandelsteintreffen statt, bei dem die Sudetendeutschen auf den Mandelstein kommen, und mit einer Bergmesse und einem Blick in ihre frühere Heimat dieser Zeit gedenken. 1990 ist der eiserne Vorhang zwischen Österreich und Tschechien gefallen.“


Directly below the Mandelstein is the Mandelsteintor. Like a hand-made archway, a gate to a foreign world. It would be nice, it is only a simple passage, but the imagination is allowed to invent something like that.
Here at the Mandelstein the expelled Sudeten Germans meet once a year to have a look at their old homeland. Until 1990 visits to this place were not possible. Since the opening of the borders, the meetings have become smaller as these places can be visited directly and there are fewer and fewer people who can remember the old times.
At the Mandelsteintor there is a sign with the inscription:

„In the inter-war period, Czech folklore in the segregated area of the Gmünd district was in a strong state of advancement. On 10 October 1938 the „solution“ of the Sudeten Germans came. Not only the areas separated from St. Germain in the State Treaty, but also the predominantly German hinterland up to Zlabings, Neubistritz and Neuhaus were incorporated into the „Reichsgau Niederdonau“ and thus into the German Reich.
After the 2nd world war the borders of 1920 were again
manufactured. In May 1945, Gmünd III was rapidly occupied by Czech partisans. All German-speaking inhabitants moved out of the 1938 annexed territories with 30 kg of hand luggage. In 1948, the CSSR, which had become communist, closed off the national border to the neighbouring country with the „iron curtain“, barbed wire, minefields and watchtowers.
As a reminder, every year on the last Sunday in August, the Mandelstein Meeting takes place, where the Sudeten Germans come to the Mandelstein, and commemorate this time with a mountain mass and a look at their former homeland. In 1990 the iron curtain between Austria and the Czech Republic fell.



2 thoughts on “Das Mandelsteintor

  1. Monika

    „Ein Tor in eine fremde Welt“, das hört sich so geheimnisvoll an, und mit der nötigen Fantasie kann man sich doch was zurecht träumen.
    Ich finde die ganze Landschaft wunderschön dort, und auch das Tor gefällt mir, und ich bin immer fasziniert, wie so große Steine über- und aufeinander die Formation so halten.
    Danke fürs zeigen, und liebe Grüße
    Monika.

    1. gerhard Post author

      Das ist ja das schöne an der individuellen Phantasie, grenzenlose Erlebnisse. Bei jedem Durchgang eine neue Welt entdecken.
      Liebe Grüße
      Gerhard

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