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Historische Orte

CARNUNTUM
RUINE EIBENSTEIN
RUINE KOLLMITZ
RUINE LICHTENFELS
RUINE SCHAUENSTEIN
RUINE STAATS
BOBBIN
ANDERL FABRIK


Carnuntum

In Carnuntum ist die Römerzeit keine weit entfernte Vergangenheit, die durch spärliche Mauerreste durchschimmert, sondern erlebbare Gegenwart. Im rekonstruierten Römischen Stadtviertel lockt die  beheizte Therme, das Amphitheater und die Gladiatorenschule entführen in die Welt der Gladiatoren, und im Museum Carnuntinum zeugen zeitlose Schätze von der Kultur der einstigen Bewohner.


Ruine Eibenstein

Urkundlich wird die Burg um 1194 erwähnt (Rivin und Leopold von Iwenstein) und war bis 1543 im Besitz der Eibensteiner als ritterliche Lehensträger. Im Jahre 1569 starb auch die letzte aus diesem Geschlecht. Wann die Eibensteiner Burg verödete, lässt sich nicht genau ermitteln. Urkundlich erscheint 1549 der letzte Eibensteiner. Das schließt aber nicht aus, dass Angehörige dieses Geschlechtes noch weiter lebten. Sie befanden sich eben nicht mehr in Verhältnissen, dass sie bei Abfassungen von Urkunden als Zeugen, Käufer oder Verkäufer von Grundbesitz auftreten konnten.“
Später kam die Burg zur Herrschaft Drosendorf und ist wahrscheinlich seit dem 16. Jh. im Verfall.


Ruine Kollmitz

Die Burg wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, im 14. Jahrhundert ein Landgericht „im Stock und Galgen“. Sie wechselte öfter den Besitzer, bis sie 1411 Herrschaftssitz der Freiherrn von Hofkirchen wurde. Deren Herrschaft wurde 1620 beendet, als die Protestanten alle Besitzungen verloren. Die Burg war im Eigentum verschiedener Adelsgeschlechter, dann des Stiftes Geras und 1708 schließlich gelangte die Burg in den Besitz von Franz Anton von Quarient und Raall, Inhaber der Herrschaft Raabs, welche sie jedoch verfallen ließen. Angeblich wurde sie um 1800 durch Abtragen der Dächer, Zerstörung der Dachböden und Zwischendecken, unbewohnbar gemacht und so dem Verfall preisgegeben. Man entging dadurch der Hausklassensteuer, die während der Napoleonischen Kriege vorgeschrieben war. Die Motive sind sicher willkommen sowie die Schuld auf Dritte zu schieben recht einfach, die Tatsache ist jedenfalls folgende.
Seit dem Brand um 1703 im Hungerturm und Torturm wurde in die Burg praktisch nichts mehr investiert.  Dass man zu Beginn des 19. Jhdts. die Burg unbewohnbar machte, um die Gebäudesteuer oder Hausklassensteuer zu ersparen ist hier nicht zutreffend; die Anlage wurde schon viel früher dem Verfall preisgegeben, da sie für die Besitzer als Wohnsitz nicht mehr interessant war. Viel Steinmaterial wurde schon früher zum Bau der Kirche und Pfarrei Grossau verwendet. Auch so manches Haus in der nächsten und näheren Umgebung wurde teilweise aus abgetragenem bzw. gewaltsam entferntem Material der Burg errichtet oder vollendet.

(Text: http://kollmitz.at)


Ruine Lichtenfels

Die Ruine Lichtenfels liegt auf einer idyllischen Halbinsel im Ottensteiner See. Im Jahre 1159 belehnte Herzog Heinrich der zweite Jasomirgott seinen Dienstmann Hartung von Rauhenegg nebst seinen Söhnen mit der Veste Lichtenfels. Im Jahre 1427 brachte das Kloster Zwettl sein Archiv und die Kostbarkeiten in die versteckte Waldburg, um die Schätze von plündernden Hussiten zu retten. Lichtenfels war im Jahre 1670 noch eine wehrhafte Burg. Ab Mitte des 18 Jhdt. wurde das Gebäude vernachlässigt.


Ruine Schauenstein

Zu den schönsten Ruinen des mittleren Kamptales gehört die Ruine Schauenstein. Auf einem steil abfallenden Ausläufer des 606 m hohen Buchberges gelegen, bietet sich von ihr aus ein großartiger Ausblick in das Kamptal.
Die Burg wurde von den Babenbergern im 11. u. 12. Jahrhundert als Bollwerk gegen die Einfälle der Böhmen errichtet. Im Jahr 1622 gelang es den Kuefsteinern nach vielen Schwierigkeiten, Schauenstein zu erwerben.
Die entscheidende Zerstörung scheint die Burg in den Wirren des 30jährigen Krieges (1618-1648) erlitten zu haben, vermutlich durch die Schweden.


Ruine Staats

Zwischen 1125 und 1137 wird ein Reginger von Staatz mehrfach genannt. Die Herren von Staatz dürften 1250 ausgestorben sein. Militärische Bedeutung hatte die Burg in der Babenbergerzeit, als das Grenzland um Staatz mehrmals zum Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen wurde.
In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts kam Otto von Maissau durch König Ottokar II in den Besitz von Staatz. Er fiel jedoch beim Böhmenkönig in Ungnade, wurde verhaftet und zu Tode gefoltert. Rudolf von Habsburg entschädigte Stephan von Maissau für den Tod seines Vaters mit der Verleihung der hohen Gerichtsbarkeit. Die Maissauer wohnten nicht auf Staatz, sondern ließen es durch Burggrafen verwalten.
1439 griffen die Hussiten die Burg an, konnten sie aber nicht einnehmen. Otto IV von Maissau wurde ein Jahr später der Zusammenarbeit mit den Hussiten verdächtigt. Die Herrschaft Staatz wurde eingezogen und dem Niklas Truchsess von Drasenhofen verpfändet. Mit Hans Truchsess starb dessen Familie 1545 aus. Christoph Freiherr von Roggendorf bekam nun Staatz verliehen. Er verpfändete es ohne Genehmigung an den Freiherrn Oswald von Eytzing. König Ferdinand zog Staatz wieder ein und verpfändete es 1551 an Philipp Breuner Freiherr zu Rabenstein. Dieser ließ die Burg ausbauen. 1589 war die Ringmauer bereits mit einigen Bastionen verstärkt. 1600 wurde die Pfandherrschaft in ein Lehensverhältnis umgewandelt.
Schwedischen Truppen gelang es 1645 die bisher als unbezwingbar gegoltene Burg durch eine Kriegslist einzunehmen. Sie ließen anschließend die Befestigungen zerstören. Erst 1646 konnten die Schweden aus der Staatzer Burg vertrieben werden. Danach bauten die Grafen Breuner am Fuß des Burgfelsens ein wohnliches Schloss und ließen die alte Burg verfallen. Um 1950 kam die Ruine in den Besitz der Gemeinde und kann darum ganzjährig besucht werden.


Bobbin

Der Begriff »Bobbin« bedeutet im Englischen Spule. Und Spulen wurden in Gmünd seit 1923 produziert. In der Hauptdesinfektion des ehemaligen Flüchtlingslagers fanden die Pioniere der Holzfabrik ihre idealen Bedingungen. Als die Textilbranche in den frühen 30er-Jahren von der Wirtschaftskrise schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, wirkte sich das auch auf die Produktionspalette der Bobbin aus. Man war flexibel. Neben den Spulen wurden auch andere Artikel aus dem Rohstoff Holz in Gmünd-Neustadt herge-stellt. Die Bobbin expandierte zu einem bedeutenden Möbelhersteller, nachdem im Krieg lediglich Munitionskisten gefertigt worden waren. In den besten Zeiten der Fabrik waren fast 400 Menschen in der Bobbin beschäftigt.


Kleedorf Anderlfabrik

Die Kleemühle am Braunaubach wurde seit 1821 für die Handweberei genutzt. 1851 kaufte Wilhelm Altmann aus Vitis die Mühle und richtete eine mechanische Weberei ein, die mit Wasserkraft betrieben wurde. 1856 übernahm ein Vinzenz Schwarz den Betrieb. Nach und nach wurde die Mühle für einen Fabrikbetrieb erweitert.
1879 übernahm Johann Anderl, ein Webwarenfabrikant aus der Wiener Webgasse, die Kleemühle und verlagerte seine Produktion aus Kostengründen hierher. Anfangs gab es nur wenige mechanische Webstühle, in den umliegenden Dörfern wurden jedoch zahlreiche Heimarbeiter beschäftigt, die von Faktoren mit Material versorgt wurden. Faktoreien bestanden in Gastern und in Kautzen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde von Wasser- auf Dampfkraft umgestellt und eine Färberei und Bleicherei errichtet. Die Söhne Johann Anderls, Conrad und Adolf, übernahmen den Betrieb und wohnten als Direktoren im auf dem Areal errichteten Beamtenwohnhaus. Für die Arbeiter und Arbeiterinnen entstanden Wohnhäuser. Die Heimweberei wurde nach und nach aufgelassen.
1938 kam das Unternehmen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten unter Zwangsverwaltung. 1943 wurde der Metall- und Elektrowarenkonzern Felten & Guilleaume, der kriegswichtige Produkte erzeugte, in die Fabriks- und Wohngebäude der Weberei eingewiesen und die Textilproduktion wurde eingestellt. Bereits 1946 war Hans Anderl, der nunmehrige Firmeninhaber, um den Wiederaufbau von Weberei und Appretur bemüht, doch erst 1948 verließen Felten & Guilleaume die Gebäude. 1950 entstand eine Vigognespinnerei. Damals zählte die Firma rund 220 Beschäftigte. 1967, als der Neffe Anderls, Richard Hein, den Betrieb übernahm, waren Bau- und Maschinensubstanz völlig veraltet, die Belegschaft wurde auf 20 Personen reduziert.
In dem ehemaligen Textilunternehmen wurden Leintücher für die Spitäler in Wien, Windeln für Babys, Verbandmull und Leinen für die Reifenproduktion hergestellt. Für den hauptsächlichen Export in den Orient wurden Stoffe hergestellt, die mit Silberfäden durchzogen waren. In der besten Zeit waren hier 275 Personen beschäftigt. Mit dem Niedergang der Textilindustrie musste auch die Anderlfabrik im Jahr 2004 schließen.

(Text: Wikipedia)

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