Naturpfad

Das steinerne Weib

In der letzten Zeit hatte ich die lange Liste der Naturdenkmäler im Gmünder Bezirk nicht mehr aktualisiert, nun geht es weiter.
Das Steinerne Weib ist ein wenig spektakuläres Naturdenkmal zwischen Gutenbrunn und Wolfsegg. Es liegt wenige Meter neben der Straße, ist aber von dort nicht zu sehen und es gibt auch keine Parkmöglichkeiten in direkter Nähe. Wegweiser gibt es wie in vielen Fällen nicht, aber mit den Koordinaten (N48° 49.096′ E15° 08.667′) ist das kein Problem.
Zu diesem Stein gibt es noch eine mahnende Geschichte:

Vor langer, langer Zeit lebte in Wolfsegg eine bösartige, habgierige Frau. Sie stammte aus recht bescheidenen Verhältnissen, konnte im Laufe der Jahre durch mancherlei Betrügereien und Übeltaten aber ein recht beträchtliches Vermögen anhäufen. Sie hatte bereits einige
Liebschaften mit verwitweten Bauern hinter sich, die sie durch ihre List um Hab und Gut gebracht hatte.
Ihr letztes Opfer, ein vormals reicher Bauer aus. Seyfrieds, nahm sich aus Kummer wegen seines verprassten Vermögens sogar das Leben. Als er Petrus an der Himmelspforte von seinem Schicksal berichtete und diese Nachricht schließlich unseren Herrgott erreicht hatte, beschloss dieser in Wolfsegg nach dem Rechten zu sehen und diese Frau auf die Probe zu stellen.
Es war ein bitterkalter Wintertag, da erfuhr die böse Frau von einem angeblichen Todesfall in der Nachbarortschaft Gutenbrunn. Die Gattin des wohlhabensten Bauern im Ort sei beim Überqueren des nahegelegenen Haslauerteiches eingebrochen und konnte sich wohl nicht mehr aus dem kalten Wasser befreien. Die Leiche der armen Bäuerin wurde nicht gefunden, aber ein tiefes Loch im Eis ließ an ihrem Schiksal keine Zweifel.
Im Wissen, dass es an diesem Hof keine Nachkommen gab, machte sich die böse Frau auf den Weg um dem zurückgebliebenen Ehemann ihr Beileid auszusprechen und ihre Möglichkeiten auszuloten, wie sie an das Vermögen des Mannes herankommen könnte.
Knapp vor Gutenbrunn hörte sie jedoch im Dickicht neben der Straße ein klägliches Jammern. Neugierig strich sie durch das mit Reif überzogene Gebüsch und kam dem Wehklagen näher und näher. Sie erschrak, als sie plötzlich unter den gefrorenen Sträuchern den zitternden Körper der vermissten, für tot gehaltenen Bäuerin liegen sah. Viel Leben war nicht mehr in ihrem Leib und eine Rettung der Verunglückten kam der bösen Frau erst gar nicht in den Sinn, wäre doch ihr Plan sonst zunichte.
Mit ein paar raschen Fußbewegungen verdeckte sie die Halbtote mit Schnee und lachte dabei weil sie nun Gewissheit vom Ableben der Bäuerin hatte. Als sie sich von der Verunglückten abwandte, um ihren Weg nach Gulenbrunn fortzusetzen, krachte es plötzlich aus dem bedeckten Himmel und ein Blitz traf die Böse mit voller Wucht. Sie erstarrte zu Stein.
Rund um sie erwärmte sich det Boden so dass der Schnee binnen Sekunden zu schmelzen begann. In einem Umkreis von einigen Metern erblühten augenblicklich viele Frühlingsblumen und die verunglückte Bäuerin stand auf und fühlte sieh wie neu geboren.
Später erzählte sie, dass ihr im Dickicht des Waldes der Herrgott erschienen ist und ihr die Geburt von Zwillingen vorhergesagt hat. Diese kamen dann im darauf folgenden Spätsommer zu Welt.
Vorn Verbleiben der bösen, habgierigen Frau wusste aber vorerst niemand Bescheid. Erst Jahre später entdeckte man sie, zum Felsen erstarrt, im Wald, gleich neben der Stelle, an der der Bäuerin Gott erschienen ist.
Bis heute hat niemand diesen Felsen entfernt und er steht immer noch als Mahnmal für Habgier im kleinen Wäldchen zwischen Gutenbrunn und dem HasIauerteich.


In the last time I had not updated the long list of natural monuments in the Gmünd district, now it goes on.
The Steinerne Weib is a not very spectacular natural monument between Gutenbrunn and Wolfsegg. It is located a few metres off the road but cannot be seen from there and there are no parking possibilities in the immediate neighbourhood. As in many cases there are no signposts, but with the coordinates (N48° 49.096′ E15° 08.667′) this is no problem.
There is a warning story about this stone:

A long, long time ago there lived in Wolfsegg a malicious, greedy woman. She came from a rather modest background, but over the years she was able to accumulate quite a considerable fortune through various frauds and misdeeds. She already had some
She had been in love with widowed peasants whom she had robbed of their belongings through her cunning.
Her last victim, a formerly rich farmer. Seyfried even took his own life out of grief over his squandered fortune. When he told Peter about his fate at the gates of heaven and the news had finally reached our Lord God, he decided to go to Wolfsegg to see how things were going and put this woman to the test.
It was a bitterly cold winter’s day when the evil woman heard about an alleged death in the neighbouring village of Gutenbrunn. The wife of the wealthiest farmer in the village had collapsed while crossing the nearby Haslauer pond and was probably unable to escape the cold water. The body of the poor farmer’s wife was not found, but a deep hole in the ice left no doubt about her fate.
Knowing that there were no descendants at this farm, the wicked woman set out to express her condolences to the husband who had been left behind and to explore her possibilities of how she could get hold of the husband’s fortune.
Just before reaching Gutenbrunn, however, she heard a pitiful wailing in the thicket beside the road. Curious, she strolled through the bushes covered with frost and came closer and closer to the wailing. She was startled when she suddenly saw the trembling body of the missing farmer’s wife, thought to be dead, lying under the frozen bushes. There was not much life left in her body, and the evil woman never even thought of rescuing the injured, as her plan would otherwise have come to nothing.
With a few quick movements of her feet she covered the half-dead woman with snow and laughed because she was now certain of the death of the farmer’s wife. As she turned away from the victim to continue her journey to Gulenbrunn, suddenly the sky was cloudy and lightning struck the evil woman with full force. She froze to stone.
All around her the ground warmed up so that the snow began to melt within seconds. Within a radius of a few metres, many spring flowers blossomed immediately and the farmer’s wife, who had had an accident, stood up and felt as if she was reborn.
Later she told that the Lord God appeared to her in the thicket of the forest and foretold her the birth of twins. These were then born in the following late summer.
But before the evil, greedy woman stayed, nobody knew for the time being. It was only years later that she was discovered, frozen to a rock, in the forest, right next to the place where God appeared to the farmer’s wife.
To this day no one has removed this rock and it still stands as a monument to greed in the small wood between Gutenbrunn and the HasIauerteich.



4 thoughts on “Das steinerne Weib

  1. Monika

    Das ist eine gute Geschichte vom steinernen Weib, wie sehr wünscht man sich eine solche auf dem Fuß folgende Strafe für solche bösen und habgierigen Menschen, ich habe als Kind schon solche Märchen geliebt, in denen für Gerechtigkeit gesorgt wurde, und auch heute habe ich noch diesen „kindlichen“ Gerechtigkeitssinn! Aber die wirkliche Welt sieht leider anders aus.
    Der Stein sieht echt so aus, bissel gruselig auch, ich bin gespannt, ob du noch mehr Geschichten findest.
    Liebe Grüße
    Monika.

    1. gerhard Post author

      Leider hab ich das Gefühl, dass eine gerechte Strafe manchmal etwas auf sich warten lässt. Ob es noch mehr Geschichten an den Steinen gibt, lassen wir uns überraschen, bin ja noch eine Weile unterwegs.
      Liebe Grüße
      Gerhard

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